Leise Töne,  Zwischentöne

 

Ich halte nichts von lauten Tönen

Mag lieber diese leisen, schönen

Sie sind Musik für Ohr und Sinn

Es klingt unendlich viel darin

 

Oft lass ich zwischen den Zeilen

Worte und Gedanken auch verweilen 

Man kann sie unausgesprochen hören

Ob sie angenehm sind oder stören 

 

Man muss sie natürlich bemerken 

Und dafür auch seine Sinne stärken 

Dann kann man aus ihnen spüren

Wie sie öffnen oder schließen Türen

Manfred Andreas

Wurzeln

 

Tief im Innern sind wir alle
Miteinander verwurzelt.
Geheime Kanäle durchdringen uns,
Nähren unsere Seelen
Und schärfen unseren Blick.
Kräfte wachsen von unten nach oben,
Treiben Blüten aus
Und verzaubern unsere Hülle.
Heitere Klarheit dringt
Aus jeder Pore
Und tropft stetig
In unsere Herzen.
Einzigartige Liebe
Ist das Ergebnis,
Gestern, Heute, Für Immer?

 

Ines Paulick

Herbstfarben



 Du bist die schönste Jahreszeit, mein Herbst!

 Du hast an Bäume bunte Sweets gehängt,
 Und deine Luft schmeckt wie ein alter Wein,
 Und alles schimmert schön im goldnen Schein. 


Tamara Bobrovskaya, Irkutsk
nominiert für den nationalen russischen Literaturpreis: Dichterin des Jahres 2017 und 2018

 Was ist die Einsamkeit?

 
 Ist sie unsere Stärke oder unsere Schwäche?
 Unsere Eigenliebe oder  Selbstgespräche?
 
 In der Einsamkeit steckt auch besondre Stärke,
 In der Einsamkeit erschafft der Künstler grosse Werke.
 
 In der Einsamkeit bemerkt man die Schönheit,
 In der Einsamkeit bekommt man die Weisheit.
 
 In der Einsamkeit heilst du deine Seele,
 In der Einsamkeit korrigierst du deine Fehler.
 
 Wählt helle Farben für die Einsamkeit!
 So Harmonie im Innern bleibt! 


Tamara Bobrovskaya, Irkutsk

Göttlicher Funke

 
 Unaufhaltsam
 Mit beständiger Liebe 
 Klopfst du 
 An meine Tür
 
 Nimmst mich mit
 Zur Quelle meines Ursprungs 
 Lässt mich eintauchen
 Ins ewige Meer 
 
 Gestärkt, beseelt
 Steig ich empor
 In den immerwährenden Tanz 
 Unsres Seins

Margarita Thiele

Beständigkeit


Was einst blühte,
Ist jetzt  trocken.
Was einst glühte,
Will nicht mehr locken.

Was einst Glück gewesen
Mich freudig berührend,
Soll jetzt nur verwesen ?
Das Herz verschnürend ?

Nein, unter bröselndem Blatt,
Bleibt fruchtbar die Erde.
Blüht Grün, was gerade noch matt,
So ist Liebe immer ein " Werde ".


Manfred Andreas

Zauberwald

Einst fühlte ich mich etwas alt
Körper und Sinne waren müde
Ich ging durch den Zauberwald
Zu suchen für mich nur Friede
 
Dort spürte ich Leben blühn
Flüstern aus Bäumen so sehr
Rauschen aus Pflanzen und Grün
Und Wachsen um mich umher
 
Ein Zaubergesicht sah mich an
Raunend, ich sollt' lassen das Weh
Das Holzgesicht, ein knorriger Mann
Mit Freude ich ihn immer noch seh
 
Er spricht zu mir, und gibt mir Mut
Zeigt mir den Zauber der Natur
Ich spüre, wie gut mir das tut
Und tanze heim, durch Wald und Flur

Manfred Andreas

Frühlingserwachen

 

 Kraniche künden kühn vom nahenden Frühling
 Von linden Lüften und wärmendem Licht 
 Von munterem Treiben und frohem Gesang
 Von Vogelgezwitscher und eifrigem Suchen 
 
 Kraniche künden kühn vom nahenden Frühling
 Vom zarten Erwachen und bunter Pracht
 Von liebenden Herzen und frohlockender Lust
 Von schwebender Leichtigkeit und heiterem Sein 
 
 Kraniche künden kühn vom nahenden Frühling

 
Margarita Thiele

Neue Wege

 

 Zaghaft
 Mit zögerlichem Schritt 
 Wag ich mich mutig
 Auf den Weg 
 Zu dir
 
 Die Vernunft 
 Gebietet Vorsicht
 Das Herz umhüllt 
 Mit seinem liebenden Mantel 
 Sanft und mitfühlend 
 Zärtlich und verstehend
 Alle Zweifel
 
 Leben in mir
 Liebe in mir
 Beflügelt meinen Schritt


Margarita Thiele

Erwachen


Zartes Pflänzchen 
 Kraftvoll und unbeirrbar
 Brichst du dir deine Bahn
 
 Noch gestern von Dunkelheit umgeben
 Schienst du schlafend
 Im Land der Träume 
 
 Nach außen unsichtbar verborgen
 Der lebendige Schatz
 
 Zartes Pflänzchen 
 Kraftvoll und unbeirrbar
 Brichst du dir deine Bahn 
 
 Tagtäglich 
 Ein wenig mehr
 Von deiner liebenden Größe
 Von deiner berührenden Vollkommenheit
 Und sichtbar wird der göttliche Plan 
 
 Zartes Pflänzchen
 Kraftvoll und unbeirrbar
 Brichst du dir deine Bahn
 
Margarita Thiele

Du hast MUT

 

Trete mit offenem Blick und klarem Herzen 
den Menschen gegenüber. 
Lausche den Zwischentönen 
und spüre die Schwingungen, 
trage sie behutsam zu deinem Verstand. 
Analysiere sie mit aller Liebe, 
derer du fähig bist, 
jetzt und in jedem Augenblick. 
Das erfordert viel Mut, 
weil Gefühle dir begegnen, 
die dir Angst machen, 
die du auf Anhieb nicht verstehst. 
Beobachte weiter, atme Klarheit, 
frische Gedanken und ruhige Gelassenheit. 
Lass die Ängste los, fixiere deinen Blick 
auf dein inneres Lächeln 
und finde die Schönheit mit jedem Atemzug.
 
Ines Paulick

NICHTS denken – 

 

genial banal – denkt man, ist es aber nicht. 
An NICHTS denken soll so einfach sein, 
nur ich kann es nicht. 
Geräusche umschwirren meinen Geist, 
stumme Diskussionen mit mir selbst 
plappern in die Stille. 
Pfeifen, brummen und rauschen 
in meinen Ohren 
lenken den Atem ab. 
Wortkrümel fallen übereinander 
und ergeben keinen Sinn. 
Der Wortbrei hängt in meinem Kopf 
und ich wate durch den Sumpf. 
Der Rücken verspannt, der Kiefer verkrampft, 
lausche ich meinen Ängsten im Schleudergang. 
Ich sollte jetzt den Anker werfen, 
keine Fragen stellen, 
keine Antworten suchen. 
Wieder und wieder stelle ich mir NICHTS vor. 
Das geschriebene Wort, Stille, Dunkelheit 
und verbanne die Gedanken hinter die Tür. 
NICHTS denken – wie geht das nur?

Ines Paulick

Haus am Ufer 

 
 

 Im Haus am Ufer, will ich sein so gern,
Es ist mir noch so nah, wird niemals fern,
Im Haus am Ufer, diesem trauten Ort,
Von dem ich gar nicht wollte fort, 
Wo mein Herz fand seine Zuflucht,
Dahin führt mich nun die Sehnsucht, 
Im Haus am Ufer, wieder eine Nacht, 
Erfahren will ich, wie die Liebe lacht,
So möchte ich sie wiederfinden,
Im Haus am Ufer, mich mit ihr verbinden. 


Manfred Andreas

Mondfee 

 Hinter den Ästen der Bäume 
Wie Hindernisse, wie Dornen 
Hindurch dringen die Träume 
Fliegen vom Heute ins Morgen 
 
Überwinden den Dornenwall 
Die Kraft ist nicht vergebens 
Augen richten den Blick in's All
Sehen die Fee ihres Lebens


Manfred Andreas

Zwischen den Tagen


Zwischen den Tagen
Augenblicke der Stille
Antworten auf Fragen
Fühlen Herz und Wille
 
Es fliegen Gedanken 
Zu Himmel und Erde 
Geist ohne Schranken 
Ein Stirb und Werde
 
Wege des Lebens 
Von Zweifeln befreit
Kein Dasein vergebens
Es leuchtet Ewigkeit 


Manfred Andreas

Wie schön


Ich werde klitschnass vom Regen
wie schön, ich bin dabei, ein Moment des Lebendigseins

Ich verpass eine Gelegenheit
wie schön, ich bin dabei, ein Moment des neuen Weges

Ich stolpere zu Boden
wie schön, ich bin dabei, ein Moment großer Wahrnehmung

Ich verlier mein Spiel
wie schön, ich bin dabei, ein Moment des Mitfreuens

Eine rote Ampel stoppt mich
wie schön, ich bin dabei, ein Moment der Ordnung

Ich werde nicht verstanden
wie schön, ich bin dabei, ein Moment der Vielfalt

Ich bin allein
wie schön, ich bin dabei, ein Moment mit mir

Ich spüre die Liebe in jeder Pore ,
ich bin dabei, wie schön!

Matthias Krispien

Die Leichtigkeit des Seins 

 

Die Leichtigkeit des Seins 

Ich glaubte mal, sie wäre meins

In den Jahren der Jugend 

Hielt ich sie für eine Tugend

 

Da hatte ich keine Sorgen

Kein Gedanke an den Morgen

Es war immer nur das Heute

Was mein Leben so erfreute

 

Das Dasein war ein Jetzt und Hier

Dahin gingen Sinne und Begier

Ich war jung und lebte sehr dafür

Doch dann öffnete sich des Lebens Tür

 

Und ich sah des Daseins Mühen

Ich konnte ihnen nicht entfliehen 

Viele Aufgaben stellte mir das Leben

Meine ganze Kraft hab ich gern gegeben

 

Familie, Job, Vater von zwei Mädchen

Ich drehte an so manchem Rädchen

Da dachte oft ich an den Morgen

Und lernte kennen manche Sorgen

 

Ich hab geschaffen und gemacht

Es hat mir auch so viel gebracht

Und niemals war ich müde 

Hab alles gern getan mit Liebe

 

So schau ich zurück auf viele Jahre 

Fern am Horizont steht schon die Bahre

Du schöne Leichtigkeit des Seins 

Du warst nicht immer meins 

 

Doch wenn ich recht es will bedenken

Nur Leichtigkeit soll keine Schritte lenken

Viel schöner ist es, was zu tragen

Und die Zukunft immer neu zu wagen

Manfred Andreas

Nachwort oder Verflüchtigungstendenz


Das Wort, ich hörte es so viel 

Ich hörte es oft hier und dort 

Ich hörte, was mir auch gefiel

 Ich hörte es an manchem Ort

 

Das Wort drang ein in Sinn und Seele

Und berührte die Gedanken

Ich dachte, dass mir so nichts fehle

Und glaubte, ein Wort sei ohne Schranken 

 

So dachte und so glaubte ich an's Wort

Und war so sehr von ihm erfüllt

Doch dann war es plötzlich wieder fort

Ein Wort heißt nicht, dass es auch gilt

 

Manfred Andreas

Lebenswege - Liebeswege

 
 Solange war mein Herz so leer, 

Und oft so traurig war mein Sinn, 

Mein Leben war mir schwer, 

Ich wusste gar nicht mehr wohin 

 

Und immer hatte ich Gedanken, 

Bewegte ständig mich ein Sehnen, 

So viele Träume ohne Schranken,

Der Wunsch, die Seele anzulehnen

 

Dann kamst Du in mein Leben, 

So wie vorher war's nie mehr,

Es endet nie das Herzensbeben, 

Mein Herz ist nicht mehr schwer 

 

Meine Seele lehnet sich an Deine, 

Und Herz an Herz, sie werden eins, 

So bist im Herzen Du die meine, 

Und die Erfüllung meines Seins 

 

Und bist Du auch am anderen Ort,

Liegst dort in fremden Armen,

So ist doch dieses hier mein Wort:

Denk Du auch an meinen Namen

Manfred Andreas

Des Lebens ganze Melodie


Den Denker und den Clown
Die hab ich oft gemacht
Wollte immer nur erfreun
Doch oft geweint, nicht nur gelacht

Nicht mehr Trauer aus den Augen wischen
Will Lust und Freude wieder fühlen
Will wieder tanzen auf den Tischen
Des Lebens ganze Melodie soll spielen

Manfred Andreas

Fluss meines Lebens 

 

Hast einst munter gesprudelt aus kleiner Quelle,

Wolltest fließen so klar und dein Wasser so helle,

Wurdest größer, ein Bächlein so wild,

Wer dich sah, den freute das schöne Bild

 

Und stolz ließest du fließen die Strömung  so breit,

Deine Ufer, so bunt bewachsen, sie wurden so weit,

Doch Felsen und Berge waren nicht zu durchdringen,

Du musstest durch Enge und Windungen  dich zwingen 

 

Verlorst dabei auch manchmal an Kraft,

Und hast es mit stetigem Flusse doch geschafft,

Nun fließt du nicht mehr so schnell,

Bist schon so weit weg von der Quell

 

Du wünschst dir einen Zufluss, der immer währt,

Und dich mit frischem Wasser auch nährt,

Du fragst, wie weit zum Meer du wirst noch fließen,

Und wann du dich im ewigen Meere wirst ergießen

 

Manfred Andreas


Immer wieder neu

 

 Leise erwachet die Natur

Es erblühen Wald und Flur

Mit den Augen wie ein Kind

Ich immer wieder Neues find


 Wald und Wiesen werden grün

Und Blumen fangen an zu blühn

Wie die Natur mir's vorgegeben

Will auch ich mich neu erleben
 
 Will kraftvoll stehen wie ein Baum
 Sinnenfreudig sein wie Blütentraum
 So bleibt das Leben immer jung

Auch die Freuden der Erinnerung


Manfred Andreas

Der Käfer und die Käferin

 

Der Käfer und die Käferin
Die haben was im Sinn
Es sind so schöne Sachen
Sie möchten Liebe machen
 
Ich denk, das soll so sein
Dann gibt's kleine Käferlein
Soll die Welt sich gut bewegen
Dann muss ein Paar sich regen
 
Wenn auch Liebe oft nicht dauert
Und Gefühl dann nur noch mauert
Eine Zukunft kann's nur geben
Wenn die Wesen Liebe leben
 
Wenn also dieses schöne Bild
Viele Leute macht recht wild
Dann hat's schon was genützt
Es macht Sinn, dass man sich küsst
 
Manfred Andreas